WCAG 2.4.4Level ABedienbar

Linkzweck: Linktexte, die für sich sprechen

Also called: Linktext, Aussagekräftige Links, Sprechende Links

Definition

Der Linkzweck ist das, was ein Link tut oder wohin er führt. Nach WCAG 2.4.4 muss er sich aus dem Linktext allein oder zusammen mit seinem programmatisch ermittelbaren Kontext erschließen, etwa dem umgebenden Satz.

Der Linkzweck beantwortet die Frage „Wohin führt mich dieser Link?“. Wer „Weiterlesen“ unter einem Blog-Teaser sieht, erkennt am Layout, zu welchem Artikel er gehört. Wer mit einem Screenreader die Liste aller Links aufruft, hört „Weiterlesen, Weiterlesen, Weiterlesen“ – und kann sie nicht unterscheiden. Klare Linktexte lösen das für alle.

Was es bedeutet

WCAG 2.4.4 Linkzweck (im Kontext) (Stufe A, WCAG 2.2) verlangt, dass sich der Zweck jedes Links aus dem Linktext allein oder aus dem Linktext zusammen mit seinem programmatisch ermittelbaren Kontext bestimmen lässt. Als Kontext zählt das W3C Text im selben Satz, Absatz, Listenelement oder in derselben Tabellenzelle sowie die zugehörige Tabellenüberschrift.

Es gibt eine Ausnahme: Links, deren Zweck für alle Nutzer mehrdeutig ist – wenn also auch Sehende vor dem Klick nicht wissen können, was der Link tut.

Link Bewertung
Preisliste 2026 herunterladen (PDF, 2 MB) Für sich verständlich
Weiterlesen im Absatz über den Artikel Erfüllt 2.4.4 über den Kontext (Technik H78) – in der Linkliste aber schwach
Hier klicken in einem Satz ohne Ziel Verstoß – Kontext fehlt (Fehler F63)
Bildlink, dessen Bild keinen Alternativtext hat Verstoß – gar kein Name (Fehler F89), ein leerer Link

Links zum selben Ziel sollten denselben Text tragen, Links zu verschiedenen Zielen verschiedene Texte – sonst entstehen verwirrende Doppelungen wie ein redundanter Link.

Praxisbeispiele

Beispiel
<!-- Gut: Der Linktext sagt alles -->
<a href="/rueckgabe">Rückgaberecht</a>

<!-- Erfüllt 2.4.4 über den Kontext, in der Linkliste aber schwach -->
<p>Unsere Gartenstühle sind aus FSC-Teak. <a href="/teak">Weiterlesen</a></p>

<!-- Besser: versteckter Kontext für Screenreader -->
<a href="/teak">Weiterlesen<span class="visually-hidden"> über Gartenstühle aus Teak</span></a>

<!-- Schlecht: nirgends ein Zweck erkennbar -->
<p>Zu unseren AGB <a href="/agb">hier klicken</a>.</p>
Do

Schreiben Sie das Ziel in den Linktext („Rückgaberecht“, „Support kontaktieren“). Nennen Sie bei Downloads Dateityp und Größe. Ergänzen Sie bei wiederholten Teaser-Links das Thema als visuell versteckten Text, damit der zugängliche Name eindeutig ist.

Don't

Verwenden Sie nicht „Hier klicken“, „Mehr“ oder „Dieser Link“ als einzigen Text, verlinken Sie keine nackten URLs im Fließtext, lassen Sie Icon-Links nicht ohne Namen und setzen Sie kein aria-label, das den sichtbaren Wörtern widerspricht.

So prüfen Sie den Linkzweck

    Häufige Fragen

    Ist „Weiterlesen“ nach WCAG erlaubt?

    Auf Stufe A ja, wenn der umgebende Satz oder das Listenelement den Zweck klar macht. In einer Linkliste bleibt es trotzdem schwer nutzbar – versteckter Kontext oder genauere Wörter sind die bessere Wahl.

    Was ist der Unterschied zwischen 2.4.4 und 2.4.9?

    2.4.4 (Stufe A) erlaubt, dass sich der Zweck aus Linktext und Kontext ergibt. 2.4.9 Linkzweck (nur Link), Stufe AAA, verlangt, dass der Linktext allein den Zweck erkennen lässt.

    Sind Linktexte wichtig für SEO?

    Suchmaschinen nutzen den Linktext, um die verlinkte Seite einzuordnen. Aussagekräftige Ankertexte wie „Rückgaberecht“ helfen daher Screenreader-Nutzern und Suchmaschinen gleichermaßen, „Hier klicken“ hilft keinem.

    Soll ich Links in neuen Tabs öffnen und das ankündigen?

    2.4.4 verlangt keine neuen Tabs. Öffnet ein Link aber ein neues Fenster, vermeidet ein Hinweis im Linktext („öffnet in neuem Tab“) Überraschungen, besonders für Screenreader-Nutzer.

    Kann allyWay den Linkzweck automatisch beheben?

    Ja. allyWay findet namenlose Links auf allen Seiten und gibt ihnen klare Namen, die Screenreader vorlesen können – von der KI aus Ihren Seiteninhalten geschrieben. Die automatischen Korrekturen setzt das allyWay-Skript um, Ihr CMS, Theme und Ihre Dateien bleiben unverändert, und jede Korrektur wird protokolliert. Kostenlos starten und sehen, welche Links allyWay auf Ihrer Website benennt.

    • Leerer Link: Fehler verstehen und beheben

      Ein leerer Link ist ein Link ohne zugänglichen Namen – ohne Text, ohne Alternativtext im enthaltenen Bild und ohne aria-label. Screenreader können nur ansagen, dass es ein Link ist, aber nicht, wohin er führt.

      Read definition: Leerer Link: Fehler verstehen und beheben
    • Redundanter Link: Warnung verstehen und beheben

      Ein redundanter Link ist ein Link direkt neben einem anderen Link mit demselben Ziel – meist Bild-Link und Text-Link in einer Produkt- oder Beitragskarte. Wer per Tastatur oder Screenreader navigiert, trifft zweimal hintereinander auf dasselbe Ziel.

      Read definition: Redundanter Link: Warnung verstehen und beheben
    • Zugänglicher Name: Was er ist und woher er kommt

      Der zugängliche Name ist der Text, den der Browser an assistive Technologien weitergibt, um ein Element zu benennen – etwa die Worte, die ein Screenreader für einen Button, Link oder ein Formularfeld ansagt. WCAG 4.1.2 verlangt für jedes Bedienelement einen programmatisch ermittelbaren Namen.

      Read definition: Zugänglicher Name: Was er ist und woher er kommt
    • Screenreader: So lesen blinde Menschen Websites

      Ein Screenreader ist eine assistive Software, die Inhalte und Bedienelemente des Bildschirms vorliest oder auf einer Braillezeile ausgibt. Er ist auf die Namen, Rollen und Zustände angewiesen, die eine Website über den Barrierefreiheitsbaum des Browsers bereitstellt.

      Read definition: Screenreader: So lesen blinde Menschen Websites

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